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Basiswissen Whisky - Die wichtigsten Sorten

Aktualisiert: 23. Aug. 2023


Whisky ist weltweit die vielfältigste Spirituose mit der breitesten Palette an Geschmacksrichtungen und Aromen. Die Herstellungsverfahren, Gesetzgebungen sowie die Zutaten variieren länderübergreifend erheblich, was die Behauptung der geschmacklich vielfältigsten Spirituose deutlich untermauert.


Nebst den historisch gewachsenen Herstellungsverfahren variieren auch die klimatischen Bedingungen, welche ebenfalls den Geschmack stark prägen. Selbst das vorherrschende Mikroklima am Standort der jeweiligen Brennerei wirkt sich im komplexen und stetigen Zusammenspiel zwischen Destillat, Holz und direkter Umwelt geschmacklich aus. So lassen sich beispielsweise maritime Noten in Whiskys erkennen, welche nahe an der Küste gelagert wurden.


Geschmackliche Vielfalt ist Wissenschaft und Kunst

Dieser geschmacksbeeinflussende Austausch mit der direkten Umwelt findet über feinste Poren des Holzfasses statt. Poren sind feine Röhrchen respektive Gefässe, welche den im Saft befindenden Laubbaum mit wachstumsnotwendigem Wasser sowie nach der Photosynthese iterativ auch mit Nährstoffen versorgt. Diese Poren verholzen wachstumsbedingt nach und nach, ohne dass die Poren die Kapillarität verlieren. Eichenholz besitzt über grobe Poren, welche mit blossem Auge erkennbar sind.


Warum benutzt man für die Lagerung von Whisky eigentlich primär Eichenfässer?

  • Eiche verfügt aufgrund des langsamen Wachstums über eine hohe spezifische Dichte, welche die notwendige Stabilität und Robustheit sicherstellt.

  • Durch die groben Poren werden Aromen und Farbstoffe vom Holz gelöst und in das heranreifende Destillat geschmacksentscheidend >80% transponiert.

  • Eiche hat einen typischen Eigengeschmack, welcher als Gerbsäure bekannt ist. Gerbsäuren sind Gerbstoffe respektive Tannine. Jede Eichenart und jeder Standort, wo die jeweilige Eichenart wächst, ist bodenbedingt anders. Das richtige Fass ist Matchentscheidend. Zu viel Gerbstoffe = herbes, adstringierendes, austrocknendes Mundgefühl und kann bitter schmecken.

  • Die Grobporigkeit der Eiche begünstigt den Austausch mit der direkten Umwelt und stellt den Sauerstoffaustausch sicher, welchen die Stabilität des Destillats harmonisiert und verbessert. Die Verdampfung des Alkohols über die Fassatmung verdichtet den Geschmack -Anteil der Engel-.

  • Die grundsätzliche Verfügbarkeit und die Nachhaltigkeit der Ressource Eiche ist auch ein Kriterium, weshalb Küfer das Eichenholz zur Fassherstellung nutzen.

  • Die Gesetzgebung in Schottland besagt, dass Whisky nur als Scotch Whisky gekennzeichnet werden darf, wenn das Destillat für mindestens drei Jahre und einen Tag in einem Eichenholzfass nachweislich heranreifte, was den Gebrauch von Eichenfässern sogar gesetzlich verpflichtet.

Der offizielle Gesetzestext bezüglich Scotch Whisky finden Sie über den folgenden Link: https://www.legislation.gov.uk/uksi/2009/2890/regulation/3/made


Das Basiswissen über Whisky - die wichtigsten Sorten lassen sich am besten mit einem feinen Dram in den Händen lesen. Tipp: Schauen Sie sich die erworbenen Whiskys genauer an und nehmen Sie die Flaschenetiketten ins Visier. Sie werden erstaunt sein, was man dort alles Lehrreiche entnehmen kann.


„Jemand, der Whisky liebt, kann kein schlechter Mensch sein“ (W.C. Fields).

​Per gesetzlicher Definition ist Whisky erst dann ein Whisky, wenn das Destillat mindestens für drei Jahre und einen Tag im Eichenfass nachweislich herangereift ist. Natürlich darf der Alkoholgehalt die 40 Vol.-% nicht unterschreiten. Daneben sind weitere gesetzliche Regelungen vorhanden und einzuhalten, welche länderspezifisch geringfügig differenzieren.

​Eine wichtige Regel, welche die ungeschlagene Qualität und Geschmack von Whisky hervorhebt, findet hier noch kurz Platz. Explizit darf der Scotch Whisky (Schottischer Whisky) seine Farbe, sein Aroma und Geschmack nur aus den Rohmaterialien erhalten, welche beim Herstellungsverfahren Anwendung finden. Es dürfen keine Zusätze eingesetzt werden, ausser Wasser und oder Zuckercouleur.


Der Zuckercouleur (Spirit Caramel od. Plain Caramel Colouring // E 150a bis E 150d) wird in der Whiskyproduktion hauptsächlich bei billigen oder minderwertigen Whiskysorten zum Zeitpunkt kurz vor der Abfüllung angewendet und dient rein der Schönfärberei. Der Zuckercouleur schmeckt an sich eher bitter und dient wider Erwarten nicht als Süssungsmittel. Dieser sinnfreie Zusatz steht bei den einen auf der Unbedenklichkeitsliste und bei den anderen auf der Blacklist.

​Der Whiskyliebhaber und somit leidenschaftliche Geniesser vermeidet in der Regel dergleichen Abfüllungen mit künstlicher Färbung oder Kaltfiltrierung -Geschmacks- und Qualitätsverlust- und stellt die Qualität entscheidend vor Quantität. Malthead’s wollen einen brennereispezifischen, authentischen Whisky aus Gerstenmalzmaische im Dram.

​Die einführende Übersicht

Zur Vereinfachung und Erklärung der verschiedenen Sorten dient die wohl Bekannteste unter ihnen Single Malt Scotch Whisky bestens. Den dieser gesetzlich geschützte Titel lässt sich wunderbar aufteilen und zeigt die klare Logik auch hinter den anderen Sorten auf.

Single steht für eine Brennerei. Darum ist der Single Malt aus einer Brennerei geschmacklich genauso unverkennbar, wie die Stimme einer bekannten Sängerin oder eines bekannten Sängers. Der Blended Malt besteht dagegen aus mindestens zwei oder mehreren Destillaten aus unterschiedlichen Brennereien. Es kann und wird auch länderübergreifend geblendet. Der Blend ist ein sogenannter Verschnitt, Vermählung, Mischung oder Heirat von meist bereits gereiften Destillaten. Dabei wird nicht nur Single Malt mit Single Malt verschnitten (Blended Malt Whisky), sondern auch sortenübergreifend (Blended Whisky).

Malt bezieht sich auf die Getreidesorte Gerste. Die Gerste bildet beim Keimvorgang über geeignete Enzyme und somit erhält diese über die notwendige Stärke, welche sich bestens in Zucker wandeln lässt. Dieser Zucker wird während des Gärungsprozesses zu Alkohol. Whisky wird nicht nur aus Gerste hergestellt, sondern auch aus Weizen und anderen geeigneten Rohstoffen. Diese Whiskys aus Weizen tragen die Bezeichnung Grain. Es gibt sensationelle Single Grain Scotch Whiskys auf dem Markt, welche über ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis verfügen. Junger Single Grain Whisky wird hauptsächlich zum Blenden verwendet. Älterer Single Grain Whisky ist unverständlicherweise ein Nischenprodukt.

Scotch ist eine Kurzform von Schottland respektive von "Scottish" und gilt als gesetzlicher Schutz der geographischen Herkunft im internationalen Handel.

Whisky, ein Destillat aus Getreide-Maische, welches für mindestens drei Jahre in Eichenfässern gelagert werden muss, damit die Bezeichnung Whisky verwendet werden darf. Unterhalb dieser drei jährigen Reifezeit darf die Bezeichnung Whisky nicht verwendet werden und muss in Schottland gesetzlich die Bezeichnung Spirit tragen. Umgangssprachlich ist dieser Spirit auch als New Spirit, New Make oder auch als Baby Whisky bekannt. Whisky ist der gesetzlich verankerte Begriff in Schottland und wird auch in anderen Ländern verwendet. In Irland wird dagegen der Begriff Whiskey herangezogen. Auch in den Vereinigten Staaten wird Whiskey verwendet.


Die wichtigsten Sorten
  • Single Cask​ Whisky

​Dabei handelt es sich, wie der Name verlauten lässt, um eine Einzelfassabfüllung aus einer Brennerei. Aus unserer Sicht ist dies das höchste Hoch in der Whiskywelt überhaupt und an Qualität sowie Geschmack nicht zu übertreffen. In der Regel findet man auf dem Etikett sämtliche Angaben, welche das Whiskyherz höherschlagen lässt.

Selbstsprechend wird diese hochqualitative Sorte weder mit Zuckercouleur eingefärbt, noch wird kaltfiltriert oder auf Trinkstärke (ca. 40 Vol.-%) runter reguliert. Hier hat man den Geschmack meist in sogenannter Fassstärke mit allen Partikeln aus dem Fass pur und kann zudem den starken Holzeinfluss perfekt wahrnehmen und nachvollziehen.

Single Cask Abfüllungen von auserlesenen Brennereien, können ein sehr gutes Investment mit Inflationsschutz darstellen und sind entsprechend gesucht.


Die Bezeichnung Single Cask wird bei Single Malt oder auch bei Single Grain Einzelfassabfüllungen korrekterweise verwendet. Sobald natürlich das Destillat für eine Endreifung in ein anderes Fass geleert wird, gilt diese Abfüllung nicht mehr als Single Cask Abfüllung.

Das einzigartige Geschmackserlebnis liegt hier darin, dass kein Fass, obwohl es aus der gleichen Destillerie stammt, gleich schmeckt. Grossbrennereien scheuen zum einen den erhöhten Aufwand bei diesen geringen Stückzahlen zwischen grob 50 bis 600 Flaschen und zum anderen sind sie darin bestrebt, bei ihren Standardabfüllungen der Gattung nach, das gleichschmeckende Produkt zu produzieren. Somit werden mehrheitlich Single Cask Abfüllungen von unabhängigen Abfüllern realisiert. SMWS – Single Malt Whisky Society ist bezüglich Einzelfassabfüllungen klarer Pionier und hat den Qualitätsstandard zu unser aller Glück hoch angesetzt, da alle Nachzügler diesen übernommen haben und weiterhin auch werden.



  • Single Malt​ Whisky

Perfekter Genuss gepaart mit dem perfekten Wiedererkennungswert. Ein Single Malt ist ein Whisky, welcher in der Regel standardisiert aus einer Brennerei stammt und aus Gerste hergestellt wird. Ursprünglich wurde diese qualitativere Sorte Single Malt durch den Wirtschaftsfaktor Blended Whisky (Verschnitt aus Malt und Grain und oder Mais) verdrängt und geriet dadurch beinahe in Vergessenheit. Wie immer und überall setzt sich Qualität und Geschmack aber durch.


Der Single Malt liegt heute deutlich an der Weltspitze und hat das unter Vorbehalt minderwertige Produkt Blended Whisky -ohne nennenswerten Wiedererkennungswert- klar aus dem Kernbereich verdrängt.


Warum damalig der Blend den Single Malt dominierte? Durch teure und gewiefte Marketingkampagnen wurden diese Produkte gepuscht und der leichtgläubige Konsument so von minderwertigen Produkten überzeugt. Die Hersteller konnten billiger produzieren und gleichzeitig konnte man so den Deckungsbeitrag und letztlich den Gewinn steigern.


Noch heute sehen wir an den Produktpaletten im Gastrobereich deutlich, dass der Blend als Massenprodukt nicht verschwunden ist. Selbstverständlich bestehen zwischen Gastronomen und Spirituosenvertriebspartnern Verträge, was eine Individualisierung respektive eine Unabhängigkeit im eigenen Spirituosensortiment im Grossen und Ganzen verunmöglicht. Diese erhalten einfach das, was ihnen seit Jahren angeboten wird.

Heute findet dieselbe Strategie von damals -gewiefte Marketingkampagnen beim Blend- nun auf der Stufe der Single Malts statt. NAS - Non Age Statement Abfüllungen, das sind Abfüllungen, welche keine Altersangaben auf den Etiketten führen, aber als Single Malt gesetzlich angepriesen werden dürfen. Diese NAS-Abfüllungen sind mindestens, wenn nicht sogar jeweils maximal, für drei Jahre in Eichenfässern gereift. Primär werden NAS-Abfüllungen qualitativ als neues Massenprodukt grundsätzlich schon in Frage gestellt, denn am Ende des Tages ist halt immer noch entscheidend, was in der Flasche drinsteckt.


NAS-Abfüllungen der Sorte Single Malt vergleicht man am besten preislich. Dazu nimmt man einen beliebigen Single Malt mit einer Altersangabe von zehn Jahren und stellt diese der NAS-Abfüllung entgegen. So wird rasch klar, dass die Abfüllungen ohne Altersangaben im Verhältnis meistens zu teuer sind. -Qualität vor Quantität-


  • Single Grain Whisky

Die Sorte Single Grain ist genauso ein sortenreiner Whisky, wie der Single Malt auch. Im Gegensatz zum Single Malt, welcher ausschliesslich aus Gerste hergestellt wird, wird der schottische Single Grain grossmehrheitlich aus Weizen hergestellt.


Single Grain Whisky ist ein Nischenprodukt mit Potenzial.


Originalabfüllungen, also direkt herausgegeben durch die Brennerei selbst, hat man bis vor kurzem sehr selten im schottischen Markt gefunden respektive man musste schon aktiv danach suchen. Loch Lomond, eine Brennerei aus den schottischen Highlands, welche als einzige aus dieser renommierten Whiskyregion sowohl Single Malt sowie auch Single Grain Whisky herstellt, will dies mit aktuellen Abfüllungen nun ändern oder zumindest den Markt dafür mit neuen Mitteln antasten respektive sogar konkret antesten.


Die momentanen Grain-Abfüllungen von Loch Lomond, welche uns bekannt sind, sind zwei NAS-Abfüllungen. Die eine davon ist rauchig und die andere nicht. Preislich liegen die beiden Grain's im untersten Bereich, was eigentlich für einen Selbstversuch Just-For-Fun sprechen tut. Gedacht sind die beiden Abfüllungen sicherlich nicht zum pur Trinken und eignen sich wohl eher als Basis für Cocktailvariationen.


Ebenfalls stellt die absolut kreative und geniale Brennerei Glendalough aus Irland Singel Grain Whiskys her, welche pur getrunken sehr gut ankommen. Selbstverständlich gibt es einige andere Brennereien, welche seit Jahren Single Grain produzieren, primär in Irland domiziliert.


Unsere gemachten Erfahrungen mit Single Grain Scotch Whisky stütz sich auf eine Handvoll Tastings ab. Darunter war dieser eine legendäre Tropfen, welcher aus der Brennerei North British -Lowlands- stammte, ein 50 Jahre alter Single Cask - Single Grain Scotch Whisky, abgefüllt vom unabhängigen Abfüller Adelphi.


Dieser geniale Tropfen war ein auf gefühlten 15 Seiten geschriebenes Gedicht für den Gaumen. Seit dieser Begegnung, bin ich persönlich auf der permanenten Jagd nach alten Grain's.

  • Blended Malt Whisky

Der Blended Malt besteht aus mindestens zwei oder mehreren verschiedenen Single Malt aus differenten Brennereien. Selbstverständlich wird auch länderübergreifend geblendet. Es wird als hohe Kunst in der Szene angesehen, einen über mehrere Chargen geschmacklich gleichbleibenden Blended Malt zu kreieren.

Der feine Unterschied von Blended Malt Whisky versus Blended Whisky liegt darin, dass beim Blended Malt nur Single Malt Whisky und oder Blended Malt Whisky verschnitten werden darf. Der Blended Whisky ist dagegen ein sortenübergreifender Verschnitt aus mehrheitlich Grain und Malt Whiskys.

Ein sehr gutes und geniales Beispiel liefert eine Abfüllung von Gordon & MacPhail, ein unabhängiger Abfüller aus Schottland, hier wurden nämlich seltene und rare Malt Whiskys im Alter von genau 2000 Jahren vermählt und für das Millennium speziell im Ceramic Jug abgefüllt. Dieser Blended Malt Scotch Whisky ist, was das Blenden angeht, schlicht legendär sowie absolut einmalig. Des Weiteren dient diese Abfüllung als gute Basis für einen kurzen Exkurs bezüglich Altersangabe.


Und zwar werden beim Blenden verständlicherweise Destillate mit unterschiedlichem Alter vermählt, wobei per Gesetz immer der jüngste Malt zählt und rechtlich auf der Etikette als offizielle Altersangabe verwendet werden darf.

Diese rechtliche Thematik der Altersangabe wurde von den Jungs der Compass Box Company in einer der ersten, kommerziellen Abfüllung auf die Schippe genommen. Compass Box hat damalig einen als offiziell drei Jahre alten Blended Malt Scotch Whisky deklariert und herausgebracht. Diese Abfüllung trägt den Namen Three Year Old -Deluxe-.


Die querdenkenden Jungs von Compass Box haben bei dieser speziellen Abfüllung weniger als 1% von einem drei Jahre alten Malt Whisky beigemischt. Sensationell kreative Umsetzung, wie man einen 20 Jahre alten Single Malt als drei jährigen deklarieren kann, wie wir finden.



  • Blend oder Blended Whisky

Der Blended Whisky ist ein Verschnitt aus Malt und oder bereits geblendetem Malt Whisky mit Grain und oder bereits geblendetem Grain Whisky aus verschiedenen Destillerien. Es wird länderübergreifend auch mit anderen Sorten geblendet und ist die Regel.

Der Blended Whisky ist unbestritten Massenware ohne jeglichen Bezug zu einer Brennerei und weist nur in sich einen Wiedererkennungswert auf. Der Blend ist als günstigste Whiskysorte leider sehr stark in der Gastronomie vertreten.


Welcher Whiskyfan und Malthead bestellt in einem Restaurant nach einem feinen Essen einen gängigen Blend?!? Die geschmackliche Enttäuschung steht jedem ins Gesicht geschrieben, wer es dennoch wagt. Dazu kommt, was noch viel das schlimmere Übel für die ganze Whiskywelt darstellt, dass derjenige Unerfahrene vermeintlich meint, Whisky müsse halt so schmecken und verliert, wie kann es anders sein, nach dieser möglichen, derben Enttäuschung gänzlich das Interesse daran. Well done - Big Players!!!


Solch Gebrandmarkte kriegt man nur schwer noch überzeugt, dass Whisky -im eigentlichen Sinne- qualitativ und geschmacklich eine absolute Genialität darstellt.

Beim Blend ist in der Regel die Qualität klar auf das gesetzliche Minimum reduziert und der Geschmack dabei ist ebenfalls sekundär. Zählen tut dabei einzig und alleine der Effekt, so meine persönliche Meinung. Qualität vor Quantität: Wenn man unbedingt einen Blended Whisky geniessen möchte, dann achte man doch bitte zumindest darauf, dass eine Altersangabe gegeben ist. Denn auch hier zählt rechtlich, wie bei allen anderen Sorten auch, dass das jüngste verblendete Destillat deklariert werden darf.

Von Loch Lomond, eine Brennerei aus den Highlands, welche bekanntermassen sowohl Malt wie auch Grain Whisky produziert, gab es mehrere Abfüllungen der Sorte Single Blended Whisky, welche heute sicherlich im Sekundärmarkt* noch auffindbar und erhältlich sind. Single, weil aus einer Brennerei stammend und geblendet, weil aus Malt und Grain verheiratet. Auch andere Brennereien aus Schottland, welche Grain und Malt Whisky herstellen, könnten heute noch eine Single Blended Whisky produzieren.

Darunter ist die Girvan Destillerie, eine Brennerei aus der Region der schottischen Lowlands, bei der primär Grain Whisky und seit 2007 sekundär auch Malt Whisky -Bekannt als Ailsa Bay Single Malt Scotch Whisky- hergestellt wird. Bei dieser Brennerei kann ich mir eine gewisse Experimentierfreudigkeit sehr gut vorstellen und sehe dort künftig Abfüllungen, welche wieder als Single Blended Whisky auf den Markt kommen.

Diese Whiskysorte Blend - Blended bezieht sich namentlich nie auf eine Destillerie, ausser im sehr seltenen Fall von Loch Lomond und künftig vielleicht von Girvan, sondern tragen häufig die Namen der Company, welche hinter dem Produkt stehen, Fantasienamen oder beziehen sich bei der Namensgebung auf eine Region.


*Exkurs: Primärmarkt und Sekundärmarkt sind Begriffe aus der Finanzwirtschaft, welche vergleichsweise sehr gut auf den Whiskymarkt passen und sich mittlerweile als State of the Art etabliert haben. Der Primärmarkt ist der Teilmarkt, welcher sich auf die Zeichnung und Erwerb von Emissionen bei Erstausgaben abstellt. Sinnbildlich steht der Primärmarkt ergo für eine Whiskybrennerei, welche eine neue Abfüllung lanciert und meistens über Generalimporteure in den Fachhandel zu einem Preis X gelangen. Der Sekundärmarkt stellt dagegen den Teilmarkt ab Primärmarkt dar, welcher unter Anlegern als Zirkulationsmarkt verstanden wird. Sinnbildlich steht der Sekundärmarkt also für den Handel unter Whiskyenthusiasten. Ebay international, Ricardo und Tutti schweizweit sind neben spezialisierten Auktionshäuser typische Handelsplattformen mit Sekundärmarktcharakter. Die über Angebot und Nachfrage börsenähnliche Preisbildung wird dort definiert.


Whiskybase.com ist international die renommierteste Preisbildungsplattform und gehört meines Erachtens von jedem Sammler in die Favoritenleiste abgelegt.


Slangevar oder Slàinte Mhath

Spiritfly


The traditional Scottish Gaelic toast when raising a glass to say 'cheers' is Slàinte mhath which is pronounced slan-ge-var.



Spiritfly.ch - 24.09.2021 - 19:50 Uhr - HQ

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